Frieder ist tot.
Als mein Aufbruch zecks Projekt Knieprothese immer näher kam, war ich ziemlich um unseren letzten Kater Frieder besorgt. Immerhin gut 14 Jahre alt, war er doch schon sehr dünn und auch etwas senil. Zumindest äußerst eigen. Außer mir konnte in unserer Familie niemand so richtig was mit Friedhelm anfangen. Als er im Alter von fünf Jahren endlich bei uns landete, gab ich ihm das Versprechen, alles mögliche zu tun, damit er bis zum Schluss bei uns bleiben kann. Auch wenn er gesundheitlich ein Sorgenkind war. Bei meiner Recherche kam raus, dass er bereits mit einem Jahr fast an Harnrückstau gestorben wäre. Er musste notoperiert werden und war seither anfällig für Harngries. Außerdem gab sich dieses schöne Tier und Sauviech sehr fordernd und hat das anfangs mit unangekündigten, dafür heftigen Bissen untermauert. Bis zu seinem Ende hat er immer wieder mal ordentlich zugelangt. Mit unseren Hunden war er manchmal echt garstig. Ich liebte ihn trotzdem, und er mich. Er hatte schon sechs Stationen hinter sich und gedachte wohl, niemanden sonst noch in sein Katerherz zu lassen.
Wahrscheinlich litt er mehr unter meiner Abwesenheit, als ich mir eingestehen will. Jedenfalls ist es seltsam, dass er sich ausgerechnet diese Zeit ausgesucht hat, um sich direkt vor unserer Haustüre unter ein Auto zu stürzen. Hier fahren nur Anwohner und das langsam, denn die Straße macht bei uns eine 90-Grad-Kurve.
Er sei völlig unversehrt gewesen, hat mir mein Mann am Telefon erklärt. Ohne äußere Verletzung, einfach sofort tot. Mein Sohn hat ihn auf meine Anweisung hin neben Kenny begraben.









